Pe'l Schlechter (* 1921; † 2026)
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LUXBD -
2. September 2026 um 23:57 -
- 9. KUNST
- NEKROLOG
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Mit tiefem Bedauern und großer Dankbarkeit nimmt die LUXBD asbl Abschied von einem der Urväter und prägendsten Köpfe der luxemburgischen Kultur- und Comiclandschaft. Pe’l Schlechter ist am 2. September 2026 im Alter von 105 Jahren verstorben.
Geboren am 20. April 1921 in Luxemburg-Limpertsberg, erstreckte sich der Lebensweg von Paul „Pe’l“ Schlechter über mehr als ein Jahrhundert, in dem er das künstlerische und literarische Schaffen unseres Landes maßgeblich beeinflusste. Als vielseitiger Grafiker, Zeichner und Autor bewegte er sich zeitlebens präzise zwischen den Disziplinen. Nach prägenden Lehrjahren an der Handwerkerschule (unter anderem in der Dekorationsmalerklasse von Josy Meyers) und seiner Zwangsrekrutierung sowie seinem Überleben im Untergrund während des Zweiten Weltkriegs, was er später in seinen renommierten, 2013 mit dem Lëtzebuerger Buchpräis ausgezeichneten Memoiren "De Pol muss an de Krich" literarisch verarbeitete, gestaltete er als Hausgrafiker, Plakatkünstler "etwa für die Loterie Nationale und die Schueberfouer" und Illustrator die visuelle Identität Luxemburgs entscheidend mit.
Pe’l Schlechter deckte mit seinem Schaffen ein bemerkenswert breites Spektrum der visuellen Gestaltung ab. Sein gestalterisches Repertoire umfasste neben Plakaten, Buchumschlägen und Comicstrips auch Gebrauchsgrafiken wie Briefmarken, Logos, Exlibris und Geschäftspapiere, aber auch dreidimensionale Arbeiten wie Medaillen, Ausstellungsstände sowie Theaterkulissen und Raumgestaltungen.
Besonders bedeutsam bleibt sein Beitrag zur grafischen Literatur und zur sequenziellen Kunst. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg schuf er in der "Revue" die ersten historisch relevanten luxemburgischen Bildergeschichten rund um die Figuren "De Bim an de Jopi" darunter "De ve'ereckege Rondel" und "De bloen Hari". Damit gilt Pe’l Schlechter, neben Gab Weis und Felix Mersch, als einer der Begründer des Comics in Luxemburg. Hinzu kam sein kontinuierliches Schaffen als Illustrator von Gesamtausgaben klassischer luxemburgischer Literatur, von Michel Rodange über Dicks bis hin zu Auguste Liesch, sowie seine präzisen Übertragungen wie der luxemburgische "Struwwelpéiter" oder seine bis ins Spätwerk verfassten Prosa- und Lyrikbände.
Mit dem Heimgang von Pe’l Schlechter verliert Luxemburg einen außergewöhnlichen Künstler, einen Pionier der Bande dessinée und einen feinsinnigen Chronisten seiner Heimat. Die LUXBD asbl würdigt sein umfangreiches Lebenswerk, seinen bedeutenden Beitrag zur sequenziellen Kunst und sein bleibendes Vermächtnis, das in unseren Archiven und der luxemburgischen Comicgeschichte weiterleben wird.
Redaktionelle Angaben
Quellenverzeichnis
- Grotz, R. (2. September 2026). En ass 105 Joer al ginn: De BD-Kënschtler a Schrëftsteller Pe'l Schlechter ass dout. RTL Lëtzebuerg. https://www.rtl.lu/news/national/de-bd-kenschtler-a-schreftsteller-pel-schlechter-ass-dout-626697691
- L'essentiel. (3. September 2026). Pe'l Schlechter: Luxemburgs Comic-Pionier stirbt mit 105 Jahren. https://www.lessentiel.lu/de/story/luxemburg-comicpionier-pe-l-schlechter-ist-mit-105-jahren-gestorben-103626762
- Tageblatt. (3. September 2026). Pe'l Schlechter ist mit 105 Jahren gestorben: Pionier des Luxemburger Comics, Autor und Zwangsrekrutierter. https://www.tageblatt.lu/Luxemburg/Pel-Schlechter-ist-mit-105-Jahren-gestorben-91236.html
- Luxemburger Wort. (3. September 2026). Zum Tod von Pe'l Schlechter: Ein künstlerischer Tausendsassa. https://www.wort.lu/kultur/zum-tod-von-pe-l-schlechter-ein-kuenstlerischer-tausendsassa/160897262.html
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